Tom Schimmeck: Preis und Wert des Journalismus
Mehr als lesenswert: Tom Schimmecks Rede auf dem Mainzer Mediendisput 2009:
“Die Veranstalter haben sich, vermutlich aus purer Menschenliebe, entschieden, hier zum Auftakt einen freien Journalisten sprechen zu lassen. Einen aus dem Kellergeschoss der Medien-Hierarchie, aus dem publizistischen Prekariat sozusagen. Sie müssen jetzt nicht in Tränen ausbrechen. Mir persönlich geht es ganz gut. Vor allem, weil ich in den letzten Jahren immer mehr Radio mache. Wenn ich, wie früher, allein vom gedruckten Wort leben müsste, würde ich mir einen Hut kaufen, um ihn regelmäßig rumgehen zu lassen. Neulich zum Beispiel rief der Ressortleiter eines Magazins an, das zum Imperium von Gruner+ Jahr gehört und für das ich seit 20 Jahren schreibe. Seit zehn Jahren warte ich darauf, dass die endlich mal mehr zahlen. Und was sagt der nette Herr Ressortleiter, den ich sogar mit einem Kosenamen anzusprechen pflege? „Du Tom“, sagte er, „das ist mir jetzt ein bisschen unangenehm, aber wir haben die Honorare gerade pauschal um 33 Prozent gekürzt.“”
Tags: Journalismus · Marketing
1 Antwort bis jetzt ↓
1 LISA! Sprachreisen - Blog // Nov 13, 2009 at 16:15
Der Markt, auch der journalistische Markt, funktioniert nach Angebot und Nachfrage. Ein Arbeitgeber, der die Honorare seiner Mitarbeiter um 33 Prozent kürzt, verliert seine besten Mitarbeiter. Das bringt anderen Verlagen, die wie wir in Krisenzeiten investieren, nicht nur gute Autoren, sondern auch noch einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Medien, die diese Stellen abgebaut haben. Durch die neuen Medien wie Twitter und Facebook weden zahlreiche neue Aufgaben für Journalisten und Autoren in der Wirtschaft entstehen. Auch neue journalistische Medien in neuen Formaten werden entstehen. Durchsetzen werden sich all die Unternehmen, welche in Krisenzeiten die besten Mitarbeiter ihres Faches anwerben.
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